artdoku BERND HAUGRUND


Dokumentation
Fotografie Reproduktion Kunst
Architekturfotografie

Häuser knipsen kann doch nicht so schwer sein

Architekturfotografie kann dokumentarisch sein, sodass man sich vom Projekt einen Eindruck machen kann, sie kann stattdessen auch die Architektur fotografisch interpretieren. Die rein dokumentarische Architekturfotografie ist vor allem eine technische Herausforderung. Die fotografische Interpretation eines Gebäudes ist für mich sowohl eine technische als auch eine gestalterische Herausforderung. 

Beim Ablichten von Architektur braucht man das Gespür für das Motiv, den richtigen Augenblick, den kongenialen Blick und Fantasie. Neue Perspektiven, Atmosphären, Wirkungen oder Effekte überraschen auch manchen Architekten, der ganz bestimmte Vorstellungen davon hat, wie die Gebäude zu sehen sind und wie sie wirken sollen.

Handyfotos vs. professioneller Fotos

Architekturkritik und Architekturfotografie gehören untrennbar zusammen. Denn nicht nur für die bürointerne Dokumentation, und somit für die Neukundenakquise, dienen die Fotografien der Bauwerke. Auch bei den Redaktionen von Architekturfachzeitschriften sollten die Fotos das Interesse erwecken über die Projekte zu berichten. Am effektivsten ist es, wenn die Bauten schon idealisiert aufgenommen werden. Schon oft wurden Bauwerke durch Fotos zur Ikone.

Architekturfotografie ist nicht nur dokumentarisch, sie sollte das Projekt auch fotografisch interpretieren können. Architekten wissen oft genau wie die Fotos der Gebäude wirken sollen. Der Fotograf hat jedoch die Möglichkeit zu rezipieren und zu interpretieren. Hier liegt die Chance einer neuen Sichtweise, die Arbeit des Architekten wohl zu würdigen.

Von der Fassade bis zum Innenraumdetail

Viele Bauten sind der Allgemeinheit nicht zugänglich. Sie werden oft privat genutzt, verschwinden in der Heinlichkeit der Industrie oder der Verschwiegenheit ihrer Verwaltungen. Nur mit einer professionellen und gekonnten Dokumentation kann man sie einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich machen.

Websites und Magazine leben von guten und spannenden Fotos von Bauwerken. Spektakuläre Baustellenfotos und Fotos von Details, die man später vielleicht nicht mehr sehen kann, werden durch eine begleitende Dokumentation festgehalten. Dabei müssen nicht immer Kunstbilder entstehen. Authentische und originalgetreue Bilder, die die wichtigsten Aussagen des Gebäudekonzepts abbilden, sind auch ansprechend.

Oftmals entstehen neue Stimmungen, wenn Bauwerke bei Dunkelheit, in "Available Light", gezeigt werden. Sehr beeindruckende Fotografien bringt auch die sogenannte "blaue Stunde" mit sich, die Zeit zwischen Sonnenuntergang und nächtlicher Dunkelheit.

Die Fotografie ist der letzte Baustein

Wie die Architekten selbst beschäftige ich mich vor der eigentlichen Aufnahme tiefgehend mit den örtlichen Gegebenheiten. Nicht selten werden die aktuellen Bedingungen unterschätzt. Nicht von jedem Standort aus kann fotografiert werden. Oftmals bleibt kaum Zeit mehr, um das fertige, noch ungenutzte Gebäude zu fotografieren. Kleine Korrekturen können dann in der Postproduktion vorgenommen werden. Störende Nachbargebäude, Bäume, Straßenschilder und der oft im Weg stehende Feuerlöscher werden retuschiert.

Meine Erfahrungen mit Architektur haben mich als Fotografen und Designer zu einem Spezialisten gemacht: Für Architekturfotografie. Dabei habe ich nicht nur den richtigen Blick für dieses Metier, sondern auch das Wissen um den planvollen Entwurf und die erforderliche Bautechnik.

Bernd Haugrund, 2016

Unsere Architekturfotografie:

Koncerthuset, Kopenhagen

Showroom Lampertz, Luxemburg

Kö-Bogen, Düsseldorf

Land- und Amtsgericht, Düsseldorf

Verwaltung Enervie, Hagen